Internationales Literaturfestival
Erich Fried Tage

6. bis 11. 10. 2015

Literaturhaus Wien

 

 



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Donnerstag, 8. Oktober 2015
18:00 Uhr
Österreichpremiere

»making comics is a hassle and i might just not ever do it again«


Einleitung: Thomas Ballhausen (Autor, Literatur- und Filmwissenschaftler)
Text-Bild-Präsentation: Paula Bulling (D) zeigt einen Querschnitt aus ihren Arbeiten

18:30 Uhr
Reporter ohne Grenzen?
Kriege, über die wir berichten.

Lukas BärfussPaula BullingRainer MerkelFritz Orter

Gespräch
Lukas Bärfuss
(CH), Paula Bulling (D), Rainer Merkel (D), Fritz Orter (A)
Moderation: Rubina Möhring (Präsidentin von „Reporter ohne Grenzen“ in Österreich)

Lukas Bärfuss, geboren 1971 in Thun, arbeitet als Schriftsteller in Zürich. Er schreibt Romane (Hundert Tage, 2008; Koala, 2014) und Theaterstücke (u. a. Die sexuellen Neurosen unserer Eltern, Der Bus, Die Probe, Öl), die weltweit gespielt werden. Von 2009-13 war er zudem als Dramaturg und Autor am Schauspielhaus Zürich tätig; hier entstanden seine Stücke Malaga (2010) und Zwanzigtausend Seiten (2012). Seine Werke wurden unter anderem mit dem Mülheimer Dramatikerpreis (2005), dem Berliner Literaturpreis (2013) und zuletzt dem Schweizer Buchpreis 2014 ausgezeichnet. Im Frühjahr 2015 erschien der Essayband Stil und Moral. Seit 2015 ist Lukas Bärfuss Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Paula Bulling, geboren 1986 in Berlin, studierte an der Hochschule für Kunst und Design in Halle an der Saale und ab 2008 Kommunikationsdesign bei Georg Barber. Mit Im Land der Frühaufsteher legte sie 2012 ihr viel beachtetes Graphic-Novel-Debüt vor. Der Band, in dem Paula Bulling ihre Erfahrungen aus Gesprächen mit Asylsuchenden in Sachsen-Anhalt dokumentiert, wurde nicht nur für den Zeichenstil, sondern auch für die genaue Recherche und das Engagement der Autorin gelobt. 2014 illustrierte sie für die deutsche Bundeszentrale für Politische Bildung das Dossier Sinti und Roma in Europa. Zurzeit arbeitet sie an ihrem nächsten Comic-Roman Nachtwinkel. Bulling lebt und arbeitet in Berlin als Illustratorin und Comiczeichnerin, ihre Arbeiten erschienen zuletzt in Samandal (Beirut) und Kus (Riga).

Rainer Merkel, geboren 1964 in Köln, studierte Psychologie und Kunstgeschichte in Berlin. 2001 erschien sein Debütroman Das Jahr der Wunder, für den er den Preis der Jürgen-Ponto-Stiftung erhielt. Sein dritter Roman Lichtjahre entfernt (2009) stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. 2013 wurde er mit dem Erich Fried Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen die Reportage Das Unglück der anderen. Kosovo, Liberia, Afghanistan (2012), der Roman Bo (2013) und Go Ebola Go. Eine Reise nach Liberia (2014). 2008 bis 2009 arbeitete er für die Hilfsorganisation Cap Anamur im einzigen psychiatrischen Krankenhaus im westafrikanischen Liberia. Rainer Merkel lebt als freier Schriftsteller in Berlin.

Friedrich (Fritz) Orter, geboren 1949 in St. Georgen im Lavanttal, Journalist und Autor, studierte Slawistik, Geschichte, Germanistik und Philosophie. Ab 1974 arbeitete er als Redakteur und Reporter für den ORF in Krisen- und Kriegsgebieten (1989 Revolution in Rumänien, 1991 Jugoslawien sowie Zentral- und Südostasien, Naher und Mittlerer Osten). Für seine Arbeit wurde er u. a. mit dem Dr.-Karl-Renner-Preis für Publizistik (1992), dem OSZE Preis für Journalismus und Demokratie (2002) und dem Concordia-Preis für Menschenrechte (2005) ausgezeichnet. Seit 2012 arbeitet er als freier Journalist, zuletzt erschienen die Reportagenbände Himmelfahrten. Höllentrips (2008) und Ich weiß nicht, warum ich noch lebe (2014).


Donnerstag, 8. Oktober 2015
20:00 Uhr
Österreichpremiere

»Das menschliche Leben ist immer Fiktion.«

Liao Yiwu

Einleitung: Wolfgang Popp (Autor und Journalist)
Lesung
Liao Yiwu (D/China) Mein Gefängnis. Mein Tempel.
(dt. Übers. von Martin Winter / 2015)
Lesung der deutschen Übersetzung: Till Firit
Musikalische Begleitung: Liao Yiwu
Gespräch
Wolfgang Popp und Liao Yiwu
Dolmetscherin: Yeemei Guo

Liao Yiwu, geboren 1958 in Yanting, Sichuan/China und in den 1980er Jahren einer der bekanntesten Dichter der jungen Generation in China, fiel früh durch seine regierungskritische Haltung auf. Seine Werke sind in der Volksrepublik China seit 1987 verboten. Im Anschluss an die Niederschlagung der Proteste auf dem Tian'anmen-Platz am 4. Juni 1989 verfasste er das Gedicht Massaker, für das er zu vier Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Das PEN-Zentrum in China ehrte Liao Yiwu 2007 mit dem Preis Freiheit zum Schreiben, an dessen Entgegennahme er jedoch gehindert wurde. International bekannt wurde er 2009 mit seinem Buch Fräulein Hallo und der Bauernkaiser: Chinas Gesellschaft von unten. Im Sommer 2011 gelang es Liao Yiwu nach Deutschland zu fliehen, wo er seither in Berlin lebt. Der Autor wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2011 mit dem Geschwister-Scholl-Preis und 2012 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. 2012 erschien Die Kugel und das Opium, 2013 Die Dongdong-Tänzerin und der Sichuan-Koch.

 

 

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